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Trittfrequenz

Die Trittfrequenz ist die Zahl der Pedalumdrehungen pro Minute. Die Forschung nach der optimalen Trittfrequenz hat eine lange Geschichte hinter sich. Schon im Jahre 1929 haben Hartree und Hill berichtet dass es eine optimale Trittfrequenz geben müsse. Wenn man zu langsam pedaliert wird, dann verliert man viel Energie an der Kraft und an der Dauer der Zusammemziehung. Wenn zu schnell pedaliert wird, dann geht Energie verloren bei der Überwindung der internen Reibung im Muskel. Es muss also ein Optimum geben. Hartree und Hill haben jedoch nie berichtet wo das Optimum sich befand.

Bei anderen Untersuchungen wurde die niedrigste Sauerstoffaufnahme als Kriterium verwendet. Gregor (1986) gab einen Überblick dieser Studien. Das Resultat lag meistens zwischen 33 und 80 Umdrehungen pro Minute (UpM). In der Praxis wählen die Radrenner immer eine Frequenz zwischen 90 und 110 UpM. Erst hat man geglaubt, dass der Unterschied durch Trainingseffekt zu erklären wäre, aber diese Hypothese wurde von Böhning und Mitarbeitern entkräftet (1986). Er hat sowohl trainierte als nicht trainierte Testpersonen getestet, und gelang zur Feststellung, dass trotz der grösseren Mühe die untrainierte Testpersonen bei Zunahme des Widerstands hatten, die optimalen Trittfrequenzen sich nicht änderten.

Ein paar Jahre später hat jedoch Hagberg (1981) eine interessante Entdeckung gemacht. Er fand heraus, dass wenn man den Sauerstoffverbrauch beim Radfahren ohne Widerstand abzieht vom Sauerstoffverbrauch beim Radfahren gegen Widerstand, die optimale Trittfrequenz sich steigerte Richtung 100 UpM.

Redfield und Hull (1986) hatten eine Erklärung. Sie verwendeten die Summe der Momente im Fußgelenk, im Knie, und in der Hüfte (Kosten Function, sehe bitte Zeichnung) als Kriterium. Diese wurde berechnet als Funktion der Trittfrequenz und es stellte sich heraus, dass diese am niedrigsten war zwischen 90 und 100 UpM. Dies stimmt ziemlich gut überein mit der Trittfrequenz von Radrennern in der Praxis.

Trittfrequenz in der Praxis:
Unterstehende Tabelle mit allen nach Kriegs dauderweltrekorde zeigt, dass für diesen Disziplin eine etwas höhere Trittfrequenz bevorzugt wird; der Durchschnitt hier ist 103 UpM.
Jahr Name KM TF
1956 Jacques Anquetil 46.159 104.0
1956 Ercole Baldini 46.393 ?
1957 Roger Riviere 46.924 105.7
1958 Roger Riviere 47.346 104.7
1967 Ferdinand Bracke 48.093 106.3
1968 Ole Ritter 48.653 105.4
1972 Eddy Merckx 49.431 103.9
1984 Francesco Moser 50.808 104.3
1984 Francesco Moser 51.151 103.1
1993 Graeme Obree 51.596 93.0
1993 Chris Boardman 52.270 101.8
1994 Graeme Obree 52.713 ?
1994 Miguel Indurain 53.040 100.9
1994 Tony Rominger 53.832 101.4
1994 Tony Rominger 55.291 102.2
1996 Chris Boardman 56.375 105.0
Siehe auch wikipedia.org
 CostFunction
Hull hat sich bei einer anderen Untersuchung weiter in die Trittfrequenz vertieft. Er verwendete eine Kombination von den Gelenkmomenten und von der Spannung in den Muskeln in Beziehung zur Trittfrequenz. Auch hier wurde ein Optimum bei einer Frequenz zwischen 90 und 100 UpM. Offenbar ist die Spannung die in den Beinmuskeln während des Radfahrens entsteht der wichtigste Faktor für die Trittfrequenz. Hartree und Hill waren in 1929 also sehr nah heran an der Erklärung, warum niedrige Trittfrequenzen nicht ideal waren.
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