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Samstag, 25

 

Knie und Oberschenkel

Radeinstellung:

Eine falsch eingestellte Sattelhöhe kann zu einer Belastung für das Knie führen, besonders da wo die Kniescheibe (Patelle) und der Oberschenkel sich berühren. Aus einem zu hohem Sattel-stand erfolgt eine Kraft die die Kniescheibe lateral versetzt. In der Streckungsphase des Knies wird die Kniescheibe lateral weggedrückt und das ergibt auf die Dauer Schmerzen an der Außenseite der Kniescheibe. Dieses Phänomen wird durch den Stand des Beines verstärkt. Ein zu tiefer Sattelstand führt dazu, dass das Bein zu viel gebogen wird mit als Konsequenz einer Überbelastung im Bereich des Knies und des berschenkels. Ist der Sattel zu weit nach vorne montiert (steiler Sitzrohrwinkel) dann resultiert hieraus auch ein kleiner Winkel im Kniegelenk mit den gleichen Folgen wie bei einem tiefen Sattelstand.

Die longitudinale Einstellung des Fußes (Schuh) hat Einfluss auf die Effizienz des Bewegungsablaufes auf dem Rad. Die seit-wärts Einstellung wird nicht alleine bedingt durch den natürlich-en Stand des Fußes, aber besonders durch die aufgezwungene Systematik des Bewegungsablaufes. Anders gesagt: die Position des Fußes auf dem Pedal muss derartig sein, dass die Kraftlinie vom Oberschenkel zum Unterbein mitten durch das Knie läuft. Das bedeutet in der Praxis, dass die Innenseite des Fußes parallel steht mit dem von der Pedalumdrehung gebildeten Kreis. Nach innen drehende Schuhplatten haben als Folge dass die Fersen sich nach außen drehen (was in der Praxis oft vorkommt weil der Radfahrer zu knapp mit dem Knöchel an der Tretkurbel entlang bewegt) und daraus resultiert eine Verdrehung des Unterbeins hinsichtlich des Oberschenkels und das kann zu Kniebeschwerden führen. Eine Ausnahme bilden diejenigen bei denen die Füße von Natur nach innen zeigen. Die Schuhplatten können dann so montiert werden, dass die Ferse einigermaßen nach außen steht.
Für die Einstellung der Schuhplatten verweisen wir nach den Paragraphen
 SaddleHeight

Physische Ursachen:

Physische Asymmetrie hat Beschwerden am Nacken zu Folge. Wir möchten ins besondere noch auf den Unterschied der Armlängen hinweisen. Bei einer Untersuchung unter 100 Rad-fahrern hatten nicht weniger als 81% einen Längenunter-schied der Arme (Stevens 1998). Montage der Bremshebel auf ungleicher Höhe und additionelle Aufstopfung des Lenkrad-bandes auf eine Seite kann einen Armlängenunterschied teil-weise ausgleichen.

Radfahrer mit einer Scoliose (seitwärts Verkrümmung der Wirbelsäule) haben fast ausnahmslos Beschwerden am Nacken- und/oder Schulter bei einer vorgeneigten Körperhaltung auf dem Rad. Ärztliche Behandlung kann hier möglicherweise eine Lösung bieten.
Wedges
Der Valgus-und Varusstand,des Forderfußes im besondern, hat den Effekt von Supination oder Pronation beim Radfahren. Mit der Folge dass das Knie nicht mehr innerhalb der Kraftlinie zwischen Oberschenkel und Unterbein bleibt und lateral von der Ideallinie abweicht. Das ergibt eine Winkelbelastung auf das Knie mit erhöhtem Risiko auf Kniebeschwerden und Energienachlass.

Eine Studie von Garbalosa (1944) hat nachgewiesen, dass bei 87% einer untersuchten Gruppe die Rede war von einem Vor-derfuss varus, 9% hatte einen Vorderfuss Valgusstand und 4% hatte einen neutralen Vorderfuss Stand. Laut Stevens (1998) hatten aus 100 Radfahrer 31% einen ungünstigen Umriss des Vorderfusses. Man kann den Vorderfussstand korrigieren mittels einer orthopädischen Schuheinlage oder mittels einer Vorderfusskorrektion mit dem amerikanischen "Big Meat" Keil. Auf der Zeichnung ist dargestellt was der Effekt eines Vorderfusses varus ist und was die Korrektion auf den lateralen Ausschlag des Knies tätigt. Dieser Keil wird übrigens nicht unmittelbar unter den Vorderfuss gesetzt, sondern zwischen der Schuhplatte und der Schuhsohle. Der Produzent hat auch den Effekt der „Big Meat" auf das Leistungsvermögen des Radfahrers messen lassen. Es hat sich herausgestellt, dass der „Power Output"sich um durchschnittlich 1,9% gesteigert hatte.

Bei einem Beinlängenunterschied wird das kürzere Bein meistens schwerer belastet als das längere Bein. Als Folge dieser auferlegte Bewegung muss der Längenunterschied korrigiert werden und das passiert, damit man das längere Bein beim Radeln nach außen drückt um somit den Längenunterschied auszugleicht. Das Knie bleibt nicht innerhalb der Kraftlinie und wird demzufolge weniger belastet. Man findet bei diesem Radlertyp dann auch eine asymmetrische Muskelentwicklung. Der Oberschenkel des kürzeren Beins ist stärker entwickelt und diese Asymmetrie läuft diagonal durch den Bewegungsapparat, denn das Unterbein ist stärker beim längeren Bein.

Überbelastung als Folge dieses asymmetrischen Radelzyklus ist oft an der Tagesordnung und das äußert sich dann in Knie-beschwerden im kürzeren Bein. Übrigens hat der Radfahrer mit dieser Anomalie fast immer Probleme mit Schmerzen im Unter-rücken, einfach weil er schief auf seinem Rad sitzt. Umgekehrt wird auch das längere Bein manchmal schwerer belastet. Dieser Radlertyp korrigiert unbewusst seinen Beinlängenunterschied aus dem Rücken heraus. Er sitzt dann zwar gerade auf dem Rad, kann aber nur mit dem langen Bein Kraft ausüben, weil er sonst schief auf dem Rad kommt. Die diagonale Asymmetrie ist hier genau umgekehrt an obenstehenden Radlertyp und hier äußert er sich mit Kniebeschwerden am längeren Bein.

Radfahrer mit X- oder O- Beine haben das Problem, dass die Kraftlinie nicht gerade über das Knie läuft und demzufolge eine erhöhte Aussicht auf Kniebeschwerden. Diese Beschwerden kann man abhelfen oder vorbeugen, damit man einen Schuh und ein Pedalsystem wählt wo der Vorderfuss eine gewisse laterale Freiheit beibehält und/oder mittels orthopädischen Schuheinlagen.

 Diagonal
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